Was wurde bisher erreicht?

Der gesellschaftliche Wandel hin zu einer nachhaltigeren Entwicklung ist ein langwieriger und mühsamer Prozess ... und der Fortschritt ist bekanntlich eine Schnecke. Oft sind daher trotz erfolgreicher einzelner Aktivitäten keine durchschlagenden Veränderungen erlebbar. Aber wenn wir einen etwas längeren Zeitraum überblicken, gibt es doch auch Grund zur Zuversicht:

1. Das Leitmotiv der nachhaltigen Entwicklung ist heute in vielen Fachbereichen bei den maßgeblichen Akteuren angekommen und wird als Handlungsgrundlage anerkannt.

  • Im städtischen Zielsystem wurde die nachhaltige Entwicklung aus einem Unterpunkt des Umweltschutzes zum zentralen Ziel, auf das sich alle anderes Ziele beziehen und an dem sie sich messen lassen müssen.
  • Es wurden Indikatoren definiert, an denen die Entwicklung der Stadt abgelesen werden kann. Diese Daten werden durch die Stadt jetzt regelmäßig erhoben.
  • 2017 wurde durch den Stadtrat die Umsetzung der Sustainable Development Goals entsprechend der Resolution des Deutschen Städtetags, aber ergänzt durch eine Reihe konkreter lokaler Schwerpukte, beschlossen.

Das ist noch zu tun:

  • Weiterentwicklung eines Nachhaltigkeitsmanagement-Systems in der Stadtverwaltung (u.a. definierte Zuständigkeiten in den Fachbereichen, Optimierung fachübergreifender Planungs- und Entscheidungsprozesse, Nachhaltigkeitsprüfung von Planungen und Entscheidungen u.a.)
  • Nachhaltigkeitsengagement zur Voraussetzung von städtischer Förderung machen
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung in allen städtischen Unternehmen einführen


2. Wir konnten Strukturen zur Unterstützung und Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Stadt schaffen.

  • 2000 wurde die Freiwilligen-Agentur Leipzig e.V. gegründet.
  • 2003 wurde die Stiftung "Bürger für Leipzig" gegründet.
  • 2015 erhielt die Freiwilligen-Agentur zusätzlich eine Servicestelle zur Beratung und Unterstützung von Vereinen und Initiativen
  • als Folge eines langjährigen Diskussionsprozesses wurden in der Stadt zunächst eine Servicestelle für Bürgerbeteiligungsprozesse und später eine Koordinierungsstelle zur fachübergreifenden Förderung des bürgerschaftlichen Engagements geschaffen

Das ist noch zu tun:

  • Verbesserung der Transparenz von Kommunikations- und Beteiligungsprozessen, insbesondere Einführung eines transparenten digitalen und analogen Ideen- und Beschwerdemanagements
  • Schaffung eines Begleitgremiums zu Bürgerbeteiligung und Engaementförderung zur kontinuierlichen Beratung und Weiterentwicklung der laufenden Prozesse

 

3. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird schrittweise in der Stadt verankert.

  • 2011 wurde die ZAK - Zukunftsakademie Leipzig e.V. gegründet.
  • Mit Projekten wie der jährlichen Bildungsbörse und dem 2018 erstmals durchgeführten Zukunftsdiplom werden Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bekannter gemacht, vernetzt und ihr Wirkungskreis vergrößert.

Das ist noch zu tun:

  • Entwicklung eines lokalen Aktionsplans zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, mit dem insbesondere die Möglichkeiten der vielen städtischen Einrichtungen adressiert werden.
  • Das Forum Nachhaltiges Leipzig unterstützt die Zukunftsakademie Leipzig beim Aufbau einer leistungsfähigen Servicestelle zur Integration von BNE in allen lokalen Bildungseinrichtungen.

 

4. Grundsätze des Fairen Handels und Fairer Beschaffung finden schrittweise breitere Anwendung

  • Die Stadt Leipzig hat 2011 des Titel Fairtrade Town erhalten und sich 2015 erfolgreich beim Bundeswettbewerb zur "Hauptstadt des Fairen Handels" beworben.
  • Seitdem wurden die Aktivitäten im Rahmen des Netzwerks "Leipzig handelt fair" verstetigt und mehrere Projektstellen geschaffen, um Fairen Handel insbesondere im Einzelhandel und der Gastronomie stärker zu verankern und bei der Stadt Leipzig schrittweise eine nachhaltige Beschaffung zu realisieren.

Das ist noch zu tun:

  • die Möglichkeiten für eine nachhaltige Beschaffung sowohl bei der Stadt Leipzig als auch bei anderen Organisationen und Unternehmen umfassender zu nutzen
  • Das Forum Nachhaltiges Leipzig unterstützt das Netzwerk "Leipzig handelt fair" bei seiner Weiterentwicklung und Verstetigung.

 

5. Das lokale Engagement für den Klimaschutz wurde ausgeweitet.

  • Die Stadt Leipzig hat 2017 den European Energy Award in Gold erhalten.
  • Mit der ersten Klimakonferenz 2017 wurde ein Schritt unternommen, Klimaschutzthemen aus den kleinen Fachkreisen heraus in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen.
  • Einzelne Projekte konnten realisiert werden, so die Schaffung einer Stelle zum Ausbau der Energieberatung für einkommensschwache Haushalte und ein Wettbewerb zur klimafreundlichen Mobilität in Unternehmen.

Das ist noch zu tun:

  • Das Forum Nachhaltiges Leipzig fordert die Bildung einer regionalen Klimaschutzagentur, die die Umsetzung von Klimaschutzinvestitionen anregen, beraten und unterstützen kann.
  • Das Forum Nachhaltiges Leipzig unterstützt die Klimaschutzleitstelle der Stadt Leipzig bei der Fortschreibung des Energie- und Klimaschutzprogramms der Stadt Leipzig sowie bei ausgewählten Maßnahmen.

 

6. Der Leipziger Zukunftspreis ist seit zwei Jahrzehnten in Leipzig etabliert.

  • Mit dem Leipziger Zukunftspreis (früher: Agenda-Preis) konnten seit der ersten Ausschreibung 1999 jährlich mehrere Projekte und Initiativen gewürdigt und finanziell unterstützt werden.
  • Seit 2016 gibt es ergänzend einen Projektfonds zur Anschubunterstützung von neuen Initiativen und Projekten.
  • Mehrere Unternehmen unterstützen den Preis kontinuierlich mit Finanzbeiträgen und persönlichem Engagement.