Jury nominiert neun Akteure für den Leipziger Zukunftspreis 2020

Insgesamt haben sich in diesem Jahr 25 Leipziger Akteure für den Leipziger Zukunftspreis beworben. Die Einreichungen waren durchweg interessante und innovative nachhaltige Projekte aus Leipzig. Entsprechend schwer fiel die Entscheidung. Letztendlich wurden neun Kandidaten für den Leipziger Zukunftspreis 2020 nominiert. Die Preisverleihung findet am Freitag, 20. November, 17 Uhr statt.

again fashion meer.mals UG

change fashion industry - stay sustainable again

Geschäftsführer Johannes Schramm im Showroom von again fashion

Geschäftsführer Johannes Schramm im Showroom von again fashion

„again“ hat ein zukunftsfähiges Konsummodell entwickelt. Dieses basiert auf der Vermietung und dem Verkauf von ökofairer Kleidung. Nachhaltig produzierte Kleidung kann zusätzlich zum konventionellen Kauf auch monatsweise gemietet werden. Nach der Miete haben die Kunden die Chance ihre Kleidung zu kaufen oder aber zurückzugeben. Dadurch wird der Kleiderkonsum deutlich zielgenauer, es gibt keine Fehlkäufe und Ressourcen werden massiv eingespart. Zusätzlich bietet „again“ enorme Abwechslung. Kein anderes Modell bietet die Aussicht auf den perfekten Kleiderschrank – indem man Geliebtes kauft und alles andere zurückgibt.

  • Nachhaltige Produktion: „again“ kooperiert mit Labels, die ihre Kleidung unter umweltfreundlichen Bedingungen und der Einhaltung von Sozialstandards herstellen.

  • Nachhaltiger Konsum: Im Sinne eines Circular Flows mieten Kund:innen angesagte Kleidung und tauschen sie bei Bedarf einfach aus. Lieblingsstücke können nach der Miete gekauft werden.

Biomare GmbH

Verankerung von Nachhaltigkeit als oberstes Unternehmensziel

Innenansicht des Biomare-Geschäftes in der Südvorstadt

Im Jahr 2010 eröffnete Biomare diese 2. Filiale in der Südvorstadt

Die Biomare GmbH ist ein seit 15 Jahren in Leipzig gewachsenes und eigentümergeführtes Mittelstandsunternehmen. Das Kerngeschäft ist der ökologische Lebensmittelhandel, mit drei Filialen stadtweit. Für Biomare gilt Nachhaltigkeit als oberste Unternehmensziel. Einem innovativen und systematischen Ansatz folgend wird Nachhaltigkeit grundlegend im Management verankert und das Handeln konsequent danach ausgerichtet. Biomare will Vorbild sein und über Stadt- und Branchengrenzen hinaus einen Nachhaltigkeitsfakten-basierten Wandel von Handel und Konsum mitgestalten.

In folgenden Handlungsfeldern engagiert sich die Biomare besonders:

  • Klimaschutz: Kompensation der aktuellen Klimalast nach dem Goldstandard sowie einen mit Investitionsmitteln und Zeitplan untersetzten Maßnahmenplan zur Senkung der eigenen Emissionen. Daraus wurden bisher der Austausch der Kälteanlagen (mit erheblicher Reduktion der CO2-Last des Kältemittels), die Umrüstung der Beleuchtung auf LED, das Jobticket, die Bestellung von Elektrofahrzeugen zum vollständigen Austausch der Fahrzeugflotte und das Carsharing zur Abdeckung des innerbetrieblichen Transportbedarfs realisiert.

  • Transparenz: Die Biomare GmbH betreibt großen Aufwand, um Nachhaltigkeit messbar zu machen. Alljährlich lässt das Unternehmen eine Klimabilanz erstellen und veröffentlicht diese, außerdem rechnet die Biomare GmbH die spezifischen Klimalast des Unternehmens auf die Produkteinheit um. Im Jahr 2018 betrug diese 107g CO2 je 1 kg verkauftes Lebensmittel, 2019 wird derzeit errechnet.

Bürgerverein Sellerhausen-Stünz

Bürgerschaftliches Engagement hinterlässt Spuren

Gruppenbild Mitglieder Bürgerverein Sellerhausen-Stünz beim Frühjahrsputz

Alljährlich engagieren sich die Mitglieder des Bürgervereins Sellerhausen-Stünz beim Frühjahrsputz

Seit 2006 setzt sich der Bürgerverein Sellerhausen Stünz für die Entwicklung und Verschönerung des Stadtteils Sellerhausen-Stünz ein. An vielen Stellen im Stadtteil und in der Wahrnehmung der dort lebenden Menschen konnte der Verein Spuren hinterlassen. Dabei handelt es sich nicht nur um bauliche Maßnahmen oder die Umsetzung diverser Anregungen aus dem Stadtteil, sondern auch um viele nachhaltige Projekte wie Kinderspielplätze, Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, einer Stadteilzeitung oder viele unvergessliche Erlebnisse bei den Veranstaltungen des Bürgervereins.

Neben den sichtbaren und ideellen Spuren trägt der Bürgerverein zu einer Vernetzung anderer Akteure und Initiativen im Stadtteil bei und unterstützt diese bei deren Projekten. Viele kleine und große nachhaltige Projekte konnten teils allein, teils in Kooperation mit anderen Initiativen und der Stadtverwaltung verwirklicht werden, u. a.:

  • Erhalt der 24. Grundschule: Die Schule sollte 2007 geschlossen werden

  • Initiierung und Etablierung der Buslinie 77 im Stadtteil: vorher gab es keine Buslinie und die älteren Mitbürger mussten viele Strecken zu Fuß bewältigen

  • Errichtung des Notenradkletterorchesters im Stünzer Park: der einem Orchester nachempfundene Spielplatz wurde durch den Bürgerverein Sellerhausen-Stünz initiiert und mit knapp 20.000 € und mehreren Spielefesten unterstützt, in Kooperation mit dem Notenspur-Verein Leipzig, Stiftung Bürger für Leipzig und dem ASG

  • Veranstaltungen: Das Parkfest, das Teichkonzert und das Adventslicht sind mit jeweils ca. 1.000 Gästen Höhepunkte des gesellschaftlichen und geselligen Lebens im Stadtteil und wirken identitätsstiftend.

  • Stadtteilzeitung: Mit der „Sellerhäuser Depesche“ hat der Verein ein hochwertiges Druckerzeugnis geschaffen, das zweimal im Jahr mit einer Auflage von 5.500 Stk. nahezu alle Haushalte des Stadtteiles erreicht.

DRK Kreisverband Leipzig-Stadt e. V.

KuGeL - Kultursensible Gesundheitslotsen für Leipzig

KuGeL-Lotsen und Lotsinnen beim Bunten Mockauer Sommer

KuGeL-Lotsen und Lotsinnen beim Bunten Mockauer Sommer

Im Projekt KuGeL - Kultursensible Gesundheitslotsen für Leipzig bieten Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Gesundheitsthemen für andere Menschen mit Migrationshintergrund in ihren Heimatsprachen oder auf Deutsch an.

Für die Vorbereitung auf diese Tätigkeit nehmen die Interessentinnen und Interessenten an einer umfangreichen Schulung zu den Themen Gesundheitssystem, Ernährung, Bewegung, Zahngesundheit, Hygiene, Kindergesundheit, gesunder Umgang mit Medien, Abhängigkeit & Drogen, seelische Gesundheit, Schwangerschaft und Pflege teil und absolvieren eine Probeveranstaltung.

KuGeL ist seit 2017 ein Kooperationsprojekt zwischen der Techniker Krankenkasse, dem Gesundheitsamt der Stadt Leipzig und dem DRK Kreisverband Leipzig-Stadt e. V.

IB Mitte gGmbH

Kinderpatenschaften Leipzig

 

Die Patenkinder helfen auf dem Tierschutzhof mit

Die Patenkinder helfen auf dem Tierschutzhof mit

Das Hauptziel des Projektes ist es, sozial benachteiligten Kindern Zugänge zu kulturellen, sozialen und finanziellen Ressourcen unabhängig ihrer Herkunftsfamilien zu ermöglich. Dafür werde für Leipziger Kinder in schwierigen Lebenssituationen und aus Familien mit Multiproblemlagen kostenlose und ehrenamtliche Patenschaften vermittelt. Die Patenkinder sind bei Vermittlung zwischen 4 und 12 Jahren alt und werden von ihren Pat:innen über mindestens ein Jahr begleitet. Eine Patenschaft fördert die Resilienz der Kinder sowie die sozialen Kompetenzen der Teilnehmer:innen. Das Projekt wirkt sozialen Ungleichkeiten entgegen, ermöglicht Engagement & direkte Unterstützung für Leipziger Kinder. Für die Teilnehmer:innen werden zusätzliche Bildungs- und Freizeitangebote organisiert, um den Zusammenhalt zu stärken und die Pat:innen in der Ausübung ihres Ehrenamtes zu stärken.

Die Kinderpatenschaften Leipzig wurden 2010 gegründet. Seither haben sich über 250 Ehrenamtliche im Projekt engagiert. Ca. ein Drittel engagiert sich langfristig, teils in erfolgreichen, mehrjährigen Patenschaften von bis zu 5 Jahren, teils durch die erneute Übernahme einer Patenschaft.

Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V.

Politische Bildung für eine sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft

Mitarbeitende des Konzeptwerkes beim Plenum

Mitarbeitende des Konzeptwerkes beim Plenum: Entscheidungen werden im Konsens getroffen

Der Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. steht für eine neue Wirtschaft: Von allen, für alle. Ökologisch und sozial. Mit seiner Arbeit will der Verein Menschen die Zuversicht geben, selbstbestimmt die Gesellschaft zu verändern. Er verbindet soziale Bewegungen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – und schafft Lernräume für kritische Bildungsarbeit. Das Ziel bei allem, was der Verein tut: Ein gutes Leben für alle zu ermöglichen.

Durch Workshops, Seminare, Kongresse, Camps und Ausstellungen trägt der Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. Themen wie Sorge-Arbeit, Klimawandel und Ernährung in die Gesellschaft. Er vernetzen Akteur:innen und arbeitet eng mit sozialen Bewegungen zusammen.

Hier einige Beispiele der Leipziger Arbeit des Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V.:

  • Degrowth-Konferenz 2014: Eine Konferenz mit 3.000 Teilnehmenden und 500 Veranstaltungen. Es ging um neue Formen des Wirtschaftens, die Rücksicht auf knappe Ressourcen, das Klima und die menschliche Belastbarkeit in der Arbeitswelt nehmen.

  • Uniseminar zu Transformativer Bildung 2017: Ein Seminar für Lehramtsstudierende an der Uni Leipzig mit der Fragestellung inwiefern eine sozial-ökologische Transformation mit dem derzeitigen Schulsystem vereinbar ist.

  • Konferenz zu Migration und Entwicklung 2017: Mit dieser Konferenz beleuchtete der Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. die Zusammenhänge zwischen Flucht und Migration, selbstbestimmter Entwicklung und ökologischen Krisen.

  • Forum „Gutes Essen für alle“ 2018: Im Februar kamen über 100 interessierte Leipziger:innen beim Forum ›gutes Essen für alle‹ in der Volkshochschule zusammen, um Visionen für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem zu entwickeln und Ansätze einer Ernährungswende vor Ort zu diskutieren.

Förderverein der Kurt-Masur-Schule

Schulpartnerschaft mit der Karalo-Primary-School in Tansania

Gruppenbild Lehrer:innen Karalo-Primary-School und Kurt-Masur-Schule

Lehrer:innen aus der Karalo-Primary-School in in Karagwe/Tansania zu Besuch in der Kurt-Masur-Schule in Leipzig

Seit 2017 sind die Kurt-Masur-Schule und die Karalo-Primary-School in Karagwe/Tansania verpartnert. Die Schulpartnerschaft beinhaltet den Austausch zu pädagogischen Fragen, Kontakte zwischen Schulklassen, die Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für die Lebenswelt im jeweiligen Partnerland und die finanzielle Unterstützung der Karalo-Primary-School. Seit Beginn der Partnerschaft wurde sowohl in Leipzig als auch in Karalo eine Vielzahl von Maßnahmen und Projekten realisiert, beispielsweise das gegenseitige Vorstellen verschiedener Spiele und Sportarten, die Beförderung von Brieffreundschaften, der Bau eines neuen Schulgebäudes an der Karalo-Primary-School und die Unterstützung der Schule bei der Ausstattung mit Kommunikationsmedien.

Durch die Partnerschaft und die umgesetzten Projekte setzen sich alle 600 Schülerinnen und Schüler der Kurt-Masur-Schule, deren Familien, die Lehrkräfte und die Horterzieherinnen und -erzieher mit verschiedenen Themen im Bereich „globale Gerechtigkeit“ auseinander. Die Themen bleiben dabei nicht nur theoretische Begriffe, sondern werden fassbar und plastisch.

Mütterzentrum e.V. Leipzig

Restlos - Das kreative Upcyclingprojekt

Materialsammlung zum Basteln

Die "Schatzkammer" des Projektes - eine Materialsammlung auf 180 m²

Restlos ist ein nachhaltiges, inklusives Angebot für Menschen ab 4 Jahren. Für das Projekt werden ungiftige Reststoffe aus Haushalt, Industrie und Handel (Holz, Metall, Plastik, Papier, Stoffe, Naturmaterialien) gesammelt und in einer Halle auf 180 m² präsentiert. Die Teilnehmenden (vorwiegend Kita- und Hortgruppen, Schulklassen) können sich in dieser „Schatzkammer“ von den Materialien inspirieren lassen, Dinge auf Spendenbasis abholen oder direkt vor Ort etwas Neues erschaffen. Dafür stehen Arbeitstische und zahlreiche Werkzeuge zur Verfügung. Die Mitarbeitenden von Restlos unterstützen handwerklich, geben Tipps und Tricks zur Mülltrennung und Wiederverwertung der Materialien. Workshops zum Erlernen neuer Handarbeits- und -werktechniken runden das Angebot ab.

Stiftung „Ecken wecken“

Nachhaltigkeit erleben und aktiv mitgestalten

 

Blick über den Bürgerbahnhof Plagwitz

Der Bürgerbahnhof Plagwitz – eines der zahlreichen Projekte der Stiftung „Ecken wecken“

Seit 2010 initiiert und begleitet die Stiftung „Ecken wecken“ Projekte, die Menschen in Leipzig darin unterstützen, die nachhaltige Entwicklung ihrer Quartiere aktiv mitzugestalten. Die Stiftung will Menschen ermutigen Zeichen zu setzen und Spuren zu hinterlassen, welche wiederum anderen Menschen zeigen: Engagement lohnt sich. Als ihre primäre Aufgabe sieht die Stiftung „Ecken wecken“ Mitgestalter:innen zusammenzubringen, weiterzubilden, zu ermuntern und Strukturen zu bietet, in denen sie mit Expert:innen aus Zivilgesellschaft/Verwaltung/Politik/Wirtschaft etc. ihre Ideen konstruktiv gemeinsam umsetzen können.

In den letzten 10 Jahren war die Stiftung „Ecken wecken“ u. a. an der Umsetzung dieser Projekte maßgeblich beteiligt:

  • Bürgerbahnhof Plagwitz: Ein durch einen partizipatorischen Stadtentwicklungsprozess entwickelten Ort

  • depot.social: eine Web-Plattform, die Menschen zum Teilen motiviert, den Verbrauch natürlicher Ressourcen reduziert, Begegnungen im Quartier fördert und Kooperation innerhalb der Zivilgesellschaft stärkt.

  • Gemeinsam lernen im Quartier: Eine Seminarreihe mit einem praxisorientierten Programm in den Bereichen Präsentation&Moderation, Community Organizing, Koproduktion, Nachbarschaftsentwicklung, Pressearbeit und Social Media.

  • Corona-Hilfe: Eine Aktion zur Unterstützung von hilfsbedürftigen in der Nachbarschaft.